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Montag, 27. Juli 2015

Kanu-Tour auf der Kinzig am 26.7.2015





Was für ein Glück, dass unsere Tour nicht für den Samstag angesetzt war.
Hatte doch das Tief „Zeljko“ mit teils orkanartigen Böen deutschlandweit für Chaos gesorgt und sogar dazu geführt, dass die für Samstag ursprünglich geplanten Konzerte von Lionel Ritchie und Roger Cicero wegen Sturms abgesagt worden waren.
Aber als sich am Sonntagmorgen acht gut gelaunte Kanuten an der Skihütte des SCW treffen, herrschen eitel Sonnenschein und gute Laune, auch, wenn es noch ein wenig frisch ist. Ursprünglich war eine Tour auf der Lahn angedacht, aber jetzt wird´s  die Kinzig - und da ist mit Sicherheit weniger los.
Schnell ist alles bereit und Ruth und ich fahren mit unserem Kleinwagen vorneweg zum Ausstieg auf der Höhe des Hailerer Sportplatzes (kurz vor der Kinzigmühle).  Hier stellen wir unser Gefährt ab und springen in den Bus, um das letzte Teilstück zum Einstieg gemeinsam zurückzulegen. Dieser befindet sich auf der Höhe von Biebergemünd-Wirtheim.
Wir lassen die Boote zu Wasser und schon kann´s  losgehen. Bardo hat gestern noch nachgeschaut und festgestellt, dass genügend Wasser vorhanden ist. Trotzdem sitzen wir unterwegs ein paar Mal auf und helfen uns gegenseitig Untiefen zu überwinden.
Teils herrscht auch etwas stärkere Strömung und wir müssen Stromschnellen queren, was aber allen ohne Kenterung gelingt. Für die Mühen entschädigt werden wir durch wundervolle Ausblicke auf die Natur und in ihr enthaltene Kleinodien wie: Reiher, Störche, Enten, Nilgänse, Kormorane, Bussarde und sogar Eisvögel.
Kurz vor Haitz finden wir einen bequemen Ausstieg auf eine Wiese, auf der wir vespern.
Nach angemessener Pause fahren wir weiter, müssen einige Wehre vor und in Gelnhausen umtragen, was  - ob der teils weiteren Strecken – nicht ganz schweißfrei abgeht und kurz vor der Brücke beim (ehemaligen) Joh in Gelnhausen versucht ein offensichtlich suizidgefährdeter Fisch zu Angelika ins Boot zu springen, was bei ihr zu heftigem Schrecken und beim Rest zu Lachanfällen führt. Die letzten paarhundert Meter werden wir begleitet vom Muhen einiger Jungbullen und dem Blöken einer Herde Schafe. Bei nach wie vor herrlichem Wetter kommen wir am Ausstieg an und bereiten die Rückfahrt vor, während Ruth und Angelika den Vereinsbus holen.
Während wir die Boote wieder verladen, wird eruiert, wer denn nach unserer Rückkehr am Clubheim noch eine Kleinigkeit zu essen gewillt ist. Carola ist auf der Speisekarte ihres Stamm-Italieners online und so ordern wir telefonisch diverse Pizzen und Salate, die angeliefert werden, just nachdem die Boote gereinigt, sowie Trailer und Bus in den zugehörigen Unterkünften verstaut sind. Gemeinsam sitzen wir unter dem Sonnenschirm vor der Hütte, nagen unser Abendessen und lassen unsere Tour Revue passieren, bevor wir uns satt und  müde und in dem Bewusstsein, etwas Schönes und Gesundes für uns getan zu haben, nach Hause begeben…










Sonntag, 20. Juli 2014

Kanutour auf der Fänkischen Saale am 19.7.2014





Von der Roßmühle nach Gemünden (17 Kilometer)
Als wir um kurz vor ½ 9 Uhr an der Skihütte ankommen, hängt der Trailer bereits am Haken des Vereinsbusses und es müssen nur noch die letzten Feinarbeiten zur Vorbereitung durchgeführt werden. So langsam tröpfeln auch die restlichen Teilnehmer der Tour ein und bereits um ¼ vor 9 Uhr kommen wir los.
Da Ruth und ich abends noch einen Termin haben und ohnehin noch tanken müssen, separieren wir uns und fahren nach Hanau, wo wir volltanken und dann in der Nähe von Aschaffenburg in einen ersten Stau, bedingt durch ein – inzwischen ausgebranntes – Fahrzeug geraten. Ab Weibersbrunn fahren wir dann Landstraße und werden hier nur noch durch landwirtschaftliche Fahrzeuge und Sonntagsfahrer ausgebremst.
Letztendlich kommen wir fast zeitgleich mit den anderen am Zielort „Roßmühle“ an, entladen den Trailer und Angelika und ich bringen das Gespann zum Zielort in Gemünden, um dann postwendend wieder zur Roßmühle zurückzufahren.
Und dann geht´s los. Inzwischen herrschen 28 ½° C und der Schweiß fließt in Strömen. Aber die Strecke ist sehr idyllisch und kaum befahren. Auch verkehrstechnisch ist nicht viel los. Kein Vergleich mit der Lahn.
Am Sportplatz von Weickersgrüben findet sich in der Ehrentribüne ein Schattenplatz, wo wir eine Rast einlegen und dann die Boote eine längere Strecke um ein nicht befahrbares Wehr umtragen. Nach Bardos Erinnerung seien auf der ganzen Strecke nur 2 Umtragungen nötig, was sich aber als nicht ganz richtig herausstellt. Insgesamt sind es dann fünf, was allerdings nicht so schlimm ist, weil 2 weitere davon einfach nur ein Treppchen hinauf und ein weiteres hinab bedeuten. Schweißtreibend ist es trotzdem.
Am letzten Wehr bin ich dann so aufgeheizt, das ich erste einmal komplett ins Gewässer hopse und mir Kopf und Körper ein wenig abkühle. Und schon geht es mir wesentlich besser und auch die Bremsen belästigen mich nicht mehr andauernd. Ich hatte nämlich schon angekündigt, dass ich nach Abschluss der Fahrt eine Leichenzählung in meinem Boot durchführen wollte. Schließlich war ich auf der ganzen Fahrt nahezu der Einzige, an dem sie dauernd herumgenagt haben.
Am Ziel angekommen, wird der Trailer beladen und wir machen uns wieder auf den Weg zur Roßmühle, diesmal mit einer Abkürzung über Land, die ein wenig kürzer und – vor Allem- nicht so kurvenreich ist. Entsprechend schneller sind wir zurück und Ruth und ich machen uns auf den Heimweg, weil wir heute Abend noch in Sachen Kultur unterwegs sind, während die Übrigen in der Roßmühle noch ein Abendessen zu sich nehmen wollen.
Insgesamt war es wieder eine sehr gelungene, wenn auch Schweiß treibende, Tour auf einer landschaftlich überaus reizvollen Strecke.

Dienstag, 25. Juni 2013

Kanutour zum Edersee vom 21. bis 23.6.2013







Es soll so etwas früher ja schon einmal gegeben haben – für uns aber war es ein Novum: eine Mehrtagestour zum Kanufahren. Alle möglichen Leute hatten im Vorfeld schon mal Interesse gezeigt, aber übrig geblieben waren zuletzt insgesamt 11 Personen, von denen allerdings 2 aus gesundheitlichen Gründen nicht paddeln konnten.

Die Woche vorher war die heißeste Woche des Jahres gewesen und wir hatten schon Befürchtungen, es könne auch jetzt so weitergehen. Gegen Sonnenschein an sich hätte keiner etwas einzuwenden gehabt. Und dann war es doch ganz anders:

Freitag, 21.6.2013

Ich bin schon extra früh von der Arbeit nach Hause gefahren, weil ich unsere Mobil noch ein wenig auf Vordermann bringen will und außerdem noch ein paar Sachen einkaufe, die wir für´s  Wochenende benötigen. Dann packe ich die Sachen ins Auto und schaue mir im Netz nochmals die Strecke an und, was es am See sonst noch zu entdecken gibt.
Mein Weib wollte heute auch früher nach Hause kommen, aber infolge eines Arztbesuchs verschiebt sich alles wieder ein wenig nach hinten. Ich hole zwar um ½ 5 Uhr die Kanus am Clubhaus ab, aber wir kommen erst gegen 19.00 Uhr auf die Piste.
Dafür führt uns das NAVI, das ich eigentlich gar nicht gebraucht hätte, dann auf eine Strecke, die ich bislang noch nicht kannte und allein dafür hat es sich schon gelohnt. Allerdings ist die Dame, die drinnen die Karte hin und her schiebt und Kommentare verteilt, teilweise etwas irritiert, weil sie offensichtlich nicht immer Blickkontakt mit ein paar Satelliten hat. Jedenfalls schwanken ihre Kilometerangaben, die wir streckenweise einhalten sollen, ziemlich. Aber um kurz nach 21.00 Uhr kommen wir an, melden uns beim Platzwart, dem wir bereits angekündigt sind und treffen in der Nähe des Eingangs auf Laila, Walter und Jürgen, die schon morgens losgefahren sind. Wir hängen uns noch an den Strom an und setzen uns dann zusammen, wo wir ein Tässchen Wein und Sekt zu uns nehmen, bevor wir müde zu Bett gehen.

Samstag, 22.6.2013

Wir sitzen gerade beim Frühstück, als der Rest der angekündigten Mannschaft per Vereinsbus ankommt. Sie beziehen ihre Zimmer und dann besprechen wir noch kurz die geplante Tour des Tages, bevor wir uns auf die wässrige Piste begeben. Marianne stürzt schon vorm Einstieg, weil sie auf ihren Badelatschen ausgerutscht ist und holt sich eine Beule am rechten Schienbein, die sie auf der Strecke mehrfach kühlt.
Wir paddeln um die Halbinsel Scheid und sind viel zu früh am verabredeten Strandbad, wo wir unsere Fußgänger Ruth und Helmut treffen wollten. Also fahren wir ein Stück weiter Richtung Nieder-Werbe. Schon während dieser Fahrt frischt der Wind erheblich auf und verdriftet uns kräftig.
Die Rückfahrt wird sehr anstrengend, weil ein heftiger Wind mit bis zu 8,5 Beauford ins Gesicht bläst und Teile unserer Mannschaft fast aussteigen lässt. Aber Walter nimmt sie ins Schlepp und zieht sie in ruhigere Zonen, wo wir ihn als Retter des Tages  feiern.
Als wir schließlich wieder auf dem Campingplatz sind, ist meine Schwester, die von unserer Tour weiß, zu Besuch gekommen. Wir gehen ein Ründchen schwimmen und sie verabschiedet sich relativ früh wieder. Anschließend speisen wir im platzeigenen Gasthaus gut und bürgerlich und legen uns, nachdem wir noch ein paar Tropfen guter Sachen zu uns genommen haben, zu Bett.

Sonntag, 23.6.2013

Der Morgen begrüßt uns mit einem kräftigen Schutt, der aber schnell wieder nachlässt. Wir sind kaum mit dem Frühstück fertig, als es sich wieder zuzieht und der Himmel bedrohlich schwarz wird. Die Erinnerung an den Sturm des letzten Tages und die Aussicht auf ein neuerliches Gegenan-Paddeln lässt uns zu dem Ergebnis kommen, dass wir heute auf diesen sportlichen Teil verzichten wollen. So packen wir die Boote wieder auf den Trailer und fahren mit den Autos zur Halbinsel Scheid, wo wir parken und zu Fuß den Anlegesteg der großen Dampfer auf dem Edersee erreichen, wo wir den „Edersee Star“ besteigen und die „One-Way-Tour“ zur Staumauer unternehmen. Dort steigen wir wieder aus, besichtigen die Staumauer und können Helmut gerade noch davon abhalten, in die nächste Ortschaft zu gehen um an einem Geldautomaten das Taschengeld aufzubessern. Dieser Abstecher hätte uns gut eine halbe Stunde gekostet. So helfen wir ihm mit Geld aus der eigenen Tasche aus und wandern über das Hirschgehege zum „Baumkronenweg“ (neudeutsch: „Tree-Top-Walk“), den wir dann auch intensiv in Augenschein nehmen. Dazwischen müssen wir noch einer zukünftigen Braut, die auf ihrem Junggesellinnen-abschied irgendwelche Sachen verkaufen muss, ein Päckchen Tempos abnehmen, weil uns der sonst noch vorhandene Schnaps und Gummibärchen, sowie Kaugummis nicht zusagen.
Der Baumwipfelpfad aber ist sein Geld wert: es gibt viel zu sehen, auf Täfelchen wird auf Besonderheiten in der Tier- und Pflanzenwelt der Region hingewiesen und die ganze Tour macht einfach Spaß.
Der Rückweg führt uns über Rehbach, wo wir an einer Fischräucherei noch ein Forellenbrötchen verspeisen und von wo aus wir dann per Personenfähre wieder nach Scheid übersetzen, wo wir uns zum letzten „Pipibox-Gang“ entschließen und anschließend wieder die Autos in Richtung Heimat besteigen.
Die allgemeine Tendenz, was die Begeisterung in der Truppe betrifft, ist positiv. Alle gehen davon aus, dass es sich um eine gelungen Veranstaltung gehandelt hat und dass man das getrost wiederholen könne …


© Peter Helbig                                                                                                   




                                                                                                                    

Montag, 6. Mai 2013

Anpaddeln auf der Kinzig am 4.5.2013








Das Treffen war angesetzt für 8.30 Uhr am Samstagmorgen und das Wetter war als heiter bis wolkig vorhergesagt. Südlich einer Linie, die von Lorsch in Richtung Fulda verlaufen sollte, war Regen angesagt, aber das aktuelle Wetter hatte den entsprechenden Bericht wohl nicht gelesen. Es regnete nämlich auch bei uns.Immerhin standen aber 11 Personen und ein "Seehund" (Caesar) auf der Matte, die sich sportlich betätigen wollten. Vorher war aber noch ein Problem aus dem Weg zu räumen. So war der Schlüssel zur „Müll-Sammelstelle“, auf dem der Vereinsbus geparkt war, nicht vorhanden. Das hieß aber, dass ich leider Roland aus dem Bett klingeln musste, der aber auch nicht weiterhelfen konnte, weil ein weiterer Schlüssel nach seiner Kenntnis nicht vorhanden war. Schließlich konnte aber Toni helfen, weil er doch noch über einen weiteren Schlüssel verfügte.
Zwischenzeitlich waren die Boote bereits vorbereitet und Paddel und Rettungswesten verteilt und dann konnte es losgehen.
Schnell waren wir auf dem Gelände der Ski- und Kanugesellschaft 1925 e.V. angekommen, hatten die Boote abgeladen und zu Wasser gelassen. Dann wurden die Beteiligten auf die Boote verteilt und zwar dergestalt, dass jeweils ein Routinier mit einem Anfänger auf einem Boot zusammen kam.
Der erste Teil der Fahrt führte flussaufwärts bis zum Wehr, vor dem ein Angler versuchte, die Fische zu überlisten. Und dann machten wir – wiederum auf dem Gelände des Kanu-Clubs – eine kleine Pause, bevor wir im zweiten Teil in Richtung Main fuhren.

Aufmerksame Leser der letzten SCW-News werden sich erinnern, dass dort von einem aggressiven Schwan die Rede war, der die Kanuten daran gehindert hatte, den Main zu befahren. Siehe da – dieser Schwan war auch heuer wieder hier - und nicht weniger aggressiv. Schnell hatten wir auch festgestellt, dass man ihm gar nicht böse sein konnte, weil er nur sein Weibchen, das auf der rechten Landzunge auf den Eiern saß, vor Übeltätern schützen wollte. Insofern hätten wir ihn ja beruhigen können, weil wir ja nur ganz harmlos vorbeifahren wollten. So aber wurde er bald wahnsinnig und weil wir mit insgesamt 5 Booten unterwegs waren, wusste er schließlich gar nicht mehr, auf wen er sich mit seinen Attacken konzentrieren sollte.
Wir fuhren letztendlich noch den Main hinan bis zur Steinheimer Brücke und ließen uns dann gemächlich zurücktreiben, nicht ohne erneut vom Schwanenmann attackiert zu werden.
Zurück auf dem Vereinsgelände wurden dann die Kanus wieder gesäubert und auf den  Trailer geladen. Und dann ging es diesmal gleich nach Hause, ohne erst noch irgendwo einzukehren. Das werden wir dann bei der nächsten Tour nachholen.

Und als schließlich die Boote wieder im Container verstaut waren, brach die Sonne durch und für den Rest des Tages gab es nur noch schönes Wetter.

                                                                                                © Peter Helbig





Montag, 17. September 2012

Kanutour von Gießen nach Wetzlar am 16.9.2012






Der Wecker klingelt um 6.45 Uhr. Eine Zeit, die für einen Sonntagmorgen eigentlich regelrecht unchristlich ist. Aber wir haben uns für die bevorstehende Kanutour von Gießen nach Wetzlar angemeldet und – gesagt ist gesagt… Ein Blick auf´s Thermometer zeigt, dass es noch empfindlich frisch ist, aber der Wetterbericht hat für den heutigen Tag nochmals sommerliches Wetter angesagt, das noch bis einschließlich Dienstag halten soll. Uns wär´s schon recht, wenn´s nur heute hielte und am besten gleich los ging. Aber im Moment sind´s 
8 ° Celsius und mein Weib kann gar nicht genug „Zwiebel-Schalen“ um sich herum anziehen, damit sie nicht friert. Ich werde – wie immer – belächelt, als ich im T-Shirt am Clubheim auftauche. 
Heute sind wir nur zu sechst: Angelika und Bardo, Laila und Walter, Ruth und ich. Schnell ist der Bus herausgefahren und der Trailer mit den Booten angehängt, die Funktionen überprüft und ab geht die Post. Ruth und ich fahren wieder mit dem eigenen Auto, damit wir bei der Ankunft am Zielort einen Transfer zum am Abfahrtsort zurückgelassenen Transporter bewerkstelligen können. In Wetzlar an der Bachweide steht ein riesiger, fast leerer Parkplatz zur Verfügung. Und die Strecke nach Gießen, wo wir einsteigen wollen, ist per Auto in rund 20 Minuten abgefahren. 
Auf den allgemeinen Wunsch eines einzelnen Herrn sparen wir uns die erste Wasserrutsche und setzen unterhalb des Wehrs in Gießen ein. Kaum sind wir ein paar hundert Meter gefahren, erfreut uns die Lahn bereits mit einem unerwarteten Highlight: ein blau funkelnder Eisvogel schwirrt über die Wasserfläche und lässt uns feststellen, dass der Fluss doch einiges zu bieten hat. Kurz darauf sehe ich, allerdings in größerer Distanz, einen zweiten dieser wunderschönen Geschöpfe. Und daneben gibt es natürlich weitere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen: Milane, Kormorane, Reiher, Nilgänse, Stockenten, Blesshühner und Bisamratten gestalten uns die Fahrt sehr kurzweilig. 
Auf der Höhe von Atzbach ist ein Rastplatz, an dem wir aussteigen, unsere Boote festmachen und an zwei Tischen, die bei unserem Eintreffen sehr unschön aussehen, weil hier offensichtlich eine nächtliche Party stattgefunden hat und die Partygäste vergessen haben, ihren Saustall wieder aufzuräumen. Schnell sind wir gesättigt, und als unser Rastplatz durch neu hinzukommende Paddler zu voll zu werden droht, schwingen wir uns mehr oder weniger elegant in unsere Boote zurück und fahren weiter. In Dorlar und in Naunheim haben wir je eine Schleuse zu durchfahren. Aber dies stellt keine Schwierigkeit dar, weil wir im Laufe der Jahre diesbezüglich schon eine gewisse Routine entwickelt haben. Außerdem werden wir in Dorlar tätlich unterstützt durch einen älteren Herrn, der – laut eigener Aussage – bereits seit Kindertagen regelmäßig jeden Tag, in letzter Zeit aber wenigstens an den Wochenenden, an der Schleuse steht und zuschaut, wie mehr oder weniger geschickte Paddler die Schleuse bedienen. 
Und was sich in so Schleusen nicht alles so ansammelt: neben einigem Unrat finden sich tote Bisamratten und Kaninchen, die oftmals beim Schleusen nicht durchrutschen, sondern hinter den geöffneten Schleusentoren hängen bleiben. Um ehrlich zu sein, es gibt schönere Anblicke. 
Schließlich haben wir die Stadtgrenze von Wetzlar gequert und machen eine Rast an der „Fischerhütte“, einem griechischen Lokal, wo ein Teil der Mitfahrer die Schwarzwälder Kirschtorte mit Kaffee genießt, ein weiterer sich an Tsatsiki labt und ein dritter nur ein helles Blondes zu sich nimmt. 
Damit nichts abhanden kommt, haben wir unsere Rettungswesten, eigenen Sachen, sowie die Paddel im Hof des Lokals abgestellt und peinlichst darauf geachtet, dass kein Anderer was mitnimmt. 
Auf der Weiterfahrt kommen wir am Wetzlarer Forum vorbei, passieren die Rudergesellschaft Wetzlar von 1880 und fahren dann eine Bootsrutsche hinab, die uns ganz schön in Fahrt bringt und dann haben wir linker Hand einen wunderbaren Blick auf die Altstadt mit dem Wetzlarer Dom, der sich aus mehreren unterschiedlichen Baustilen zusammensetzt, weil immer erst dann mit dem Weiterbau begonnen wurde, wenn wieder Geld in der Kasse war. An der alten Lahnbrücke gibt es leider keine Bootsrutsche und man muss aussteigen und sein Boot, das allerdings recht komfortabel, über fest installierte Rollen am Wehr vorbei nach unten befördern. Und von hier aus sind´s nur noch ein paar Hundert Meter bis zu unserem Ausstieg. Schnell sind die Boote aus dem Wasser und während die anderen die Boote säubern und trocknen, machen Ruth und ich uns auf den Weg den Bus mit Trailer zu holen. 
Nach unserer Rückkehr haben wir sehr schnell die Boote aufgeladen und befestigt und dann machen wir erst einen kurzen touristischen Trip durch die Wetzlarer Altstadt bis zum Domplatz. Ruth macht uns hier den Fremdenführer, weil man sie hier als Eingeborene betrachten kann. Und dann marschieren wir am ältesten Fachwerkhaus Wetzlars und dem Eisenmarkt vorbei und begeben uns zum „Paulaner“ am Haarplatz, wo man einen schönen Blick auf die historische Altstadt hat und man, im Freien sitzend, eine Mahlzeit zu sich nehmen kann. Es gibt gute bayrische Kost, die auch so auf der Speisekarte ausgewiesen ist. 
So ist es schließlich bereits fast 18.30 Uhr, als wir zu den Autos zurückkehren und uns auf den Heimweg begeben. Wir bieten zwar noch an, beim Abladen der Kanus behilflich zu sein, aber die Übrigen sind der Meinung, sie würden dies alleine auf die Reihe bringen. So verabschieden wir uns und düsen auf direktem Weg nach Hause, wo wir den Tag nochmals Revue passieren lassen. 
Und während unserer Kanutour haben wir bereits einmal über eine Zwei-Tages-Tour nachgedacht, die wir möglicherweise für das nächste Jahr anbieten wollen, wobei unter Umständen auf einen Besuch auf einem Campingplatz des Deutschen Kanu-Verbandes am Edersee zurückgegriffen werden könnte. Aber hierzu wird es dann später separate Ausschreibungen geben.

© Peter Helbig

Und hier - wie immer - ein paar Bildchen:

Montag, 3. September 2012

Äbbelwoi-Tour auf dem Main am 2.9.2012






Die entsprechende Ausschreibung ist uns schon längere Zeit zugegangen und gespannt haben wir erwartet, was da auf uns zukommt. Am 2.9.2012 verspricht das Wetter schön zu werden und ich packe vorsichtshalber schon mal unsere Autan-Vorräte mit ein, weil wir aus früheren Zeiten wissen, dass in Mühlheim gern auch mal Blutsauger darauf lauern, harmlose Wanderer, oder Kanuten anzufallen und auszusaugen. Als wir rechtzeitig am Clubheim ankommen, hängt der Trailer mit den Booten bereits an Bardos Bus, weil das Vereinsfahrzeug zur Zeit mit einigen Wanderern in den Pongau unterwegs ist. Schnell wird geklärt, wie wir die Rückfahrt logistisch lösen und dann fahren die einen zum Einstieg, die anderen mit zwei Autos nach Frankfurt um mit einem zurückzukommen und Bardo, Walter und ich beim Hanauer Ski- und Kanuclub vorbei um Walters Einer noch abzuholen, weil wir mit 9 Personen unterwegs sein werden. Rechtzeitig sind wir an der Einsetzstelle bei der Mühlheimer Fähre – und außer uns sind auch schon einige Andere da, die bereits die Boote abgeladen haben und diese für die Fahrt vorbereiten. Insbesondere werden zwei Dickschiffe (10er-Kanadier) beladen – und diese sind wichtig, wie wir feststellen, denn sie werden das Catering gewährleisten. Bevor es losgeht, hält Volker Siede vom Frankfurter Kanuclub noch eine kleine Einführungsrede und macht uns mit der geplanten Tour und insbesondere den geplanten Pausen vertraut, während denen die Versorgung der Teilnehmer mit Apfelwein, Apfelsaft, Wasser, Brezeln, sowie Handkäs´ mit Musik stattfinden soll. Der erste Halt ist angedacht kurz hinter der Rumpenheimer Fähre und diese Strecke ist in relativ kurzer Zeit bewerkstelligt. Wir stellen bei dieser Gelegenheit fest, dass die richtig dicken Dampfer so gut wie keinen Wellenschlag erzeugen, während die kleinen Sportflitzer, selbst, wenn sie langsam fahren, uns ganz schön zum Schaukeln bringen. Die kleineren Boote scharen sich um die dicken „Versorgungsdampfer“, es werden Äbbelwoi-Gläser verteilt und – je nach Gusto – mit Wasser, Äbbelwoi pur, oder gespritzt, oder gar Apfelsaft, gefüllt und Brezeln verteilt. Die Stimmung in der Truppe ist gut und gestärkt geht es auf zum zweiten Teil der Tour, der uns an einer Marina, einem Campingplatz und der ehemaligen Cassella vorbeiführt, wobei man ein ganz anderes Panorama geniessen kann, als wenn man die Hanauer Landstraße – wie normal üblich – mit dem Auto entlang düst. Auf der Höhe des Fechenheimer Friedhofs, der auf der gegenüberliegenden Seite liegt, machen wir am Anleger des Bürgeler Rudervereins fest, nehmen wieder ein paar Tropfen aus unseren „Gerippten“ und einige nutzen die Sanitäranlagen der dortigen Restauration, obwohl da steht „Nur für Gäste“. Und dann setzt sich der Konvoi wieder in Bewegung (Insgesamt sind wir, auf viele Boote verteilt, 42 Teilnehmer). Vorbei geht es an Offenbach, das aus dieser Sicht ganz nett aussieht und an den Segelclubs Hellas(flussabwärts links) und Undine (rechts), sowie an einigen Neubauten, die das Gelände des ehemaligen Offenbacher Hafens bedecken und einem Beach-Club, von dem lautstarkes Bass-Gewummer zu uns herunterdröhnt. Anschließend unterqueren wir die Kaiserleibrücke und sammeln uns vor der Einfahrt zur großen Offenbacher Schleuse. Trotz der vielen Boote verlieren wir uns förmlich in dem riesigen Schleusenbecken und nutzen die Gelegenheit uns erneut an den Catering-Booten zu versorgen. Die Schleusentore öffnen sich und nachdem auch noch die Ampel auf grün geschaltet hat, dürfen wir die Schleuse flussabwärts verlassen. Etwa auf der Höhe der Gerbermühle bewundern wir die – erst vor knapp zwei Wochen neu herübergezogene – Osthafenbrücke und fast unmittelbar dahinter auf der nördlichen Seite des Mains den Neubau der Europäischen Zentralbank. Und anschließend wundern wir uns ziemlich, was an Frankfurts Ufern los ist – man meint, es gäbe etwas umsonst. Alle sind auf den Beinen, oder sitzen in den Cafés am Ufer, oder lassen die Beine von der Kaimauer baumeln. Die berühmten „Maamauer-Baa-Bambeler“. In diesem Bereich des Frankfurter Mains sind viele Ausflugdampfer unterwegs, was dazu führt, dass reichlich Wellen vorhanden sind. Vorbei ist die Zeit des beschaulichen Dahingleitens. Aber nun haben wir bereits den Eisernen Steg unterquert, fahren am Museumsufer entlang und nachdem wir auch noch den Holbeinsteg hinter uns gelassen haben, finden wir am backbordseitigen Ufer den Bau des Frankfurter Kanu-Clubs von 1913 e.V., wo wir unsere Boote komfortabel über Rollen aus dem Wasser ziehen und am Ufer lagern. In den Räumlichkeiten des Vereins warten Kaffee und Kuchen auf uns und schließlich kommt, sehr auch zu unserer eigenen Überraschung, der Höhepunkt der Veranstaltung: Es wird der alljährliche vergebene Pokal, ein eigens kreierter Äbbelwoi-Bembel mit Emblem, an die Gruppe vergeben, die die meisten Mitglieder aufs Wasser gebracht hat. Und das ist in diesem Jahr mit 9 Personen der Ski- und Wanderclub Windecken e.V.! Wir bedanken uns bei den Veranstaltern für die hervorragende Organisation und versichern ihnen, dass wir im nächsten Jahr wieder dabei sein werden. 
© Peter Helbig 

Und hier die üblichen paar Bilder: